Informationen zum Corona-Virus

Ein Ausrufungszeichen

Liebe Patienten und Patientinnen,

das neue Corona-Virus bewegt uns alle. Viele Menschen haben regelrecht Angst vor einer Ansteckung. Dabei gibt es gar keinen Grund zur Verunsicherung, Angst oder gar Panik.

Wir beantworten hier ein paar Ihrer Fragen:


Was ist das für ein Virus?

Corona-Viren besiedeln normalerweise verschiedene Tierarten. Dass sie beim Menschen Krankheiten auslösen können, wissen wir seit dem Ausbruch von SARS (2002/2003 mit Start in China) und dem Ausbruch von MERS (2012 auf der Arabischen Halbinsel).

Das jetzt neu aufgetretene krank machende Corona-Virus heißt SARS-CoV-2. Die Lungenentzündung, die dadurch ausgelöst werden kann, hat den Namen COVID-19. Das neue Virus ist den beiden bereits bekannten ähnlich, aber nicht zu 100 Prozent identisch damit.


Illustration eines Virus mit ganz vielen "Stacheln" rundherumWer kann sich mit dem Virus anstecken?

Wir alle wissen, dass es Jahreszeiten gibt, zu denen fast jeder, der uns begegnet, irgendwie am Husten, Niesen oder Schnauben ist. Das zeigt, wie schnell und weit sich einige Viren in der Bevölkerung ausbreiten können. Auch das neue Corona-Virus kann das.

Wie bei Erkältungskrankheiten und der echten Grippe kann sich jeder mit dem neuen Corona-Virus anstecken!


Ist es schlimm, sich mit dem Virus anzustecken?

Die allermeisten Fälle verlaufen nicht einmal so gravierend wie eine herkömmliche Erkältung. Es gibt sogar Menschen, die nicht einmal Anzeichen einer Erkrankung bekommen, obwohl sie infiziert sind. Nur bei ganz wenigen Menschen nimmt die Erkrankung einen schwerwiegenden Verlauf.

Kritisch wird es immer dann, wenn das Virus auf ältere und bereits vorerkrankte Menschen trifft. Das ist nicht anders als bei der echten Grippe.


Warum wird so ein Hype um dieses Virus gemacht?

  1. Das Virus ist neu aufgetreten. Das bedeutet: Wir haben für die Menschen, die schlimm betroffen werden, aktuell noch keinerlei echte Behandlungsmöglichkeiten. Wenn wir es schaffen, die Ausbreitung zu verlangsamen, haben Wissenschaftler Zeit, ein Gegenmittel zu entwickeln.
  2. Das Virus kann sich rasend schnell ausbreiten. Das bedeutet, dass innerhalb kürzester Zeit massenhaft Menschen erkranken können. Wenn wir das zulassen, werden Ärztinnen, Ärzte, Krankenpfleger*innen und andere im Gesundheitswesen tätige Personen, den vielen kranken Menschen nicht mehr gerecht werden können. Viele Ärztinnen, Ärzte und Krankenschwestern werden sich bei schneller Ausbreitung auch selbst anstecken und stehen den Patienten und Patientinnen dann nicht mehr zur Verfügung.

Wir müssen nicht nur uns, sondern auch unsere Mitmenschen schützen!

Das neue Corona-Virus vermehrt sich zunächst im Rachenraum. Dann fühlt sich der betroffene Mensch noch nicht krank. Wenn er dann hustet oder niest oder sich an den Mund fasst und danach z.B. eine Haltestange im Linienbus anfasst, verteilt dieser Mensch seine Krankheitserreger munter in der Umgebung. So werden die Mitmenschen angesteckt, auch die, bei denen die Krankheit aufgrund einer anderen Erkrankung oder aus Altersgründen besonders schlimm verläuft.


Was ist die oft genannte Husten- und Nies-Etiquette?

In die Armbeuge husten
Bild von der AOK Bayern

Angenommen, Sie haben sich bereits angesteckt, ohne es zu merken, und Sie husten oder niesen dann einfach so in den Raum:

Dann wirbeln die Viren mit dem Luftstrom ein bis zwei Meter weit. Wenn dort Menschen stehen oder sitzen, können sie diese für sie unsichtbaren Viren einatmen und dann krank werden. Trifft es auf einen nicht gesunden oder älteren Menschen, dann könnte das im schlimmsten Fall seinen Tod herbeiführen.

Angenommen, Sie Husten hinter vorgehaltener Hand:

Dabei gelangen die Viren direkt in Ihre Handfläche. Mit dieser können die Krankheitserreger anschließend über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Händeschütteln an andere weitergereicht werden. Die Hand vorzuhalten, galt früher als höflich. Heute weiß man, dass es unter gesundheitlichem Gesichtspunkt nicht sinnvoll ist.

So ist es richtig:

  • Halten Sie beim Husten und Niesen Abstand zu anderen anderen und drehen Sie sich weg.
  • Halten Sie sich Ihre Armbeuge vor Mund und Nase oder
  • halten Sie ein Taschentuch vor, das Sie sofort entsorgen.

Das ist die Husten- und Nies-Etiquette!


Und warum soll man so oft die Hände waschen?

Es ist unglaublich, wie viele Dinge wir über den Tag berühren: Türgriffe, Fahrstuhl-Knöpfe, Haltestangen in Bus oder Bahn, Griffe an Einkaufswagen, Dinge in öffentlichen Toiletten und vieles mehr. Dabei können Krankheitserreger an unsere Hände gelangen. Berührt man mit den Händen dann das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Erkrankung auslösen.

Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Händewaschen schützt!


Wie wasche ich mir meine Hände richtig?

  1. Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur ist egal.
  2. Seifen Sie dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Seifen Sie die Hände nicht mit antibakteriell wirkender Seife ein. Die einfache Seife reicht.
  3. Reiben Sie die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 bis 30 Sekunden.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
  5. Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.
Hände nass machen - Einseifen - Zeit lassen - Abspülen - Gründlich trocknen
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Was kann ich noch tun, um mich und andere zu schützen?

Vermeiden Sie Kontakt mit möglicherweise infektiösen Quellen:

  • Halten Sie Abstand zu offensichtlich kranken Personen.
  • Drücken Sie Knöpfe (z.B. im Fahrstuhl) mit dem Fingerknöchel und nicht mit der Fingerspitze.
  • Öffnen Sie Türen in der Öffentlichkeit wenn möglich mit dem Ellenbogen.
  • Schütteln Sie keine Hände. Ein freundliches Lächeln mit Kopfnicken oder fröhlichem Zuwinken ist genauso nett.
  • Kurieren Sie sich zu Hause aus, wenn Sie krank sind.

Brauche ich einen Mundschutz, um mich und andere zu schützen?

Ein einfacher Mundschutz schützt Sie nicht vor Ansteckung. Er verhindert aber, dass sich Ihre eigenen Nies- und Hustentröpfchen im Raum verbreiten. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen (z.B. immuneingeschränkte oder transplantierte Patienten) kann es jedoch sinnvoll sein, eine speziellen Atemschutzmaske zu tragen, die vor Ansteckung schützt (FFP2/FFP3). Alle anderen Menschen benötigen so etwas nicht.


Brauche ich ein Desinfektionsmittel?

Speziell für das neue Corona-Virus brauchen Sie für sich und für Ihr Zuhause kein Desinfektionsmittel. Es reicht, wenn Sie sich häufig und gründlich die Hände waschen. Wenn Sie dennoch Flächen desinfizieren möchten, im Handel aber kein Desinfektionsmittel mehr zu bekommen ist, können Sie jedwede alkoholische Substanz mit einem Alkoholanteil von ca. 50 bis 60 Prozent nutzen. Das macht das neue Corona-Virus unschädlich. – Unabhängig davon, kann es aber durchaus sinnvoll sein, immer ein kleines Fläschchen mit Desinfektionsmittel in der Jackentasche zu haben, z.B. für den Fall, dass Sie Erste Hilfe leisten müssen.


Ich soll keinen Schutz benötigen. In Arztpraxen wird das dann aber doch alles gebraucht?

In Arztpraxen verkehren viele schwer kranke Menschen. Wir geben unser Bestes, um diese Menschen zu schützen.


Wo finde ich weitere Informationen?

Gute Informationen zum Infektionsschutz finden Sie unter: https://www.infektionsschutz.de

Spezielle Informationen zum neuen Corona-Virus finden Sie beim Robert-Koch-Institut unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html


Hotlines zum Corona-Virus:

Wenn Sie noch Fragen haben oder unsicher sind, können Sie Sie folgende Hotlines anrufen:

Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22

Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit: 030 34 64 65 100

Hotline zum Coronavirus Schleswig-Holstein: 0431 79 70 00 01


Ich könnte mich angesteckt haben. Was soll ich denn jetzt tun?

  • Gehen Sie auf keinen Fall direkt in die Arztpraxis!
  • Rufen Sie in Ihrer Arztpraxis an oder wählen Sie die 116117, die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Wir besprechen das weitere Vorgehen dann zunächst mit Ihnen am Telefon!


Vorsichtiges und besonnenes Handeln hilft mehr als Panik.

Es grüßt
Ihr Praxisteam